Änderung der Wasserpolitik im WAZV „Mittelgraben“ oder Luftnummer?

Am Freitag den 20. Juni 2014 fand in der Cafetria der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst auf Anregung der Michendorfer SPD eine Informationsveranstaltung des WAZV „Mittelgraben“ zum vorgesehen Bau eines eigenen Wasserwerkes westlich der B2 nahe Michendorf statt. Die regionale Presse berichtete am 21. und am 24. Juni relativ ausführlich. Hier können aus urheberrechtlichen Gründen nur die beiden PNN-Beiträge, die direkten und indirekten Bezug dazu haben, dem Leser zur Kenntnis gebracht werden (PNN 21.06.2014a, PNN 21.06.2014b). Der MAZ-Artikel vom 24. ist nicht frei verfügbar, gibt aber die Situation relativ realistisch wieder. Es wird allerdings ausdrücklich davor gewarnt, den Artikel „WAZV “Mittelgraben” und MWA GmbH starten Bürgerinformationsreihe“ im „Blickpunkt“ vom 21. Juni ernst zu nehmen. Um einige wesentliche Bemerkungen sollen diese Berichte aus eigener Anhörung hier ergänzt werden:

Auf die Hauptfragen des Vorhabens, die Auswirkungen auf die Bevölkerung, konnten von Seiten des WAZV Herrn Mirbach als auch von der MWA GmbH Herrn von Streit und seinem Prokuristen Herrn Könnemann nicht beantwortet werden, wie der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins treffend feststellte. 1: Über die Ausdehnung der Schutzzone 3 um das geplante Wasserwerk konnten keine Aussagen gemacht werden. 2. Die von Herrn Könnemann getroffene Aussage zur Entwicklung des Wasserpreises wurde ad absurdum geführt, da weder Informationen zur Finanzierung (Verzinsung und Laufzeit eines notwendigen Bankkredits) des Wasserwerkes gemacht werden konnten und die Ergebnisse der Preisverhandlungen mit der Potsdamer EWP angeblich nicht vorliegen. Man verstieg sich aber auf die Behauptung, dass die Kosten für Trinkwasser um 48 % sinken würden. Wer diese Zahl wie berechnet hat, ist weiterhin im Dunkeln. Auch fehlen noch die Angaben zur notwendigen Filtertechnik, die die beauftragte Fugro Consult GmbH erst nach einer Probebohrung nennen kann. Nach dem Protokoll des geheimen Teils der Verbandsversammlung vom 16. April 2014 sollen die wirtschaftliche Grundlagen und Kostenvergleichsrechnungen von dem Ingenieurbüro IBS und dem Planungsbüro PBV vorgelegen haben. Die einzigen den Einwohnern genannten Zahlen sind der geschätzte Baupreis für das Wasserwerk von ca. 5 Mill. € und ein mittlerer Trinkwasserverbrauch im Gebiet des MAZV von ca. 950.000 m3/Jahr, wovon das Wasserwerk knapp 60 % fördern müsste. Ein aufgebrachter Bürger charakterisierte die Veranstaltung daraufhin als Luftnummer.

Abschließend wurden von einem anscheinend gut informierten Bürger doch noch zwei Zahlen genannt, die die Experten vom Zweckverband unkommentiert im Raum stehen ließen: Die Potsdamer Wasserwerke würden einem Preisnachlass des Trinkwasser um 15 Cent/m3 zustimmen (aktueller Preis 90 Cent/m3). Zur Erinnerung: Der vom WAZV seit dem Herbst 2013 geforderte Preis pro m3 beträgt netto 1,98 €/m3. Darin sind bereits 30 Cent für den noch nicht beschlossenen Neubau des Wasserwerkes enthalten. Unter anderen auch deshalb unterstützt unser Verein entsprechende Klagen beim Verwaltungsgericht Potsdam gegen die Preispolitik des Zweckverbandes „Mittelgraben“. Eine endgültige Entscheidung zum Bau soll die Verbandsversammlung jetzt im November d.J. treffen, nachdem man nun festgestellte, dass mit Druck und einsamen Eilentscheidungen kein Blumentopf zu gewinnen ist.

Aber es scheint sich etwas zu tun. Am 24.Juni konstituierte sich die neue Gemeindevertretung von Nuthetal, deren Zusammensetzung sich nach den Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 doch ziemlich änderte (http://wahl.nuthetal.de/kw2014/gv.html). Demzufolge ändern sich auch die vom Gemeinderat einstimmig gewählten Nuthetaler Mitglieder für die Verbandsversammlung des WAZV „Mittelgraben“ und auch für den WAZV „Der Teltow“ zu dem die Gemeinde Nudow gehört.

WAZV      Mitglied                            Stellvertreter      
Mittelgraben Werner Wienert
Wilfried Jahnke
Klaus-Peter Helmholdt
Konstantin Gräfe
Dr. Bernd-Alois Tenhagen
Kurt Kühne
Der Teltow Dr. Bernd-Alois Tenhagen Werner Wienert

Wir hoffen auf konstruktive Zusammenarbeit der Nuhetaler Vertreter mit den Michendorfer Gemeinderat, der sich wegen Wahlunstimmigkeiten erst nach seiner Wahl am 6. Juli dazu entschließen kann.

Konstituierende Sitzung des Gemeinderates Nuthetal am 24.Juni 2014

Nuthetal´s Bürgermeisterin und von Amts wegen auch Mitglied des Vorstandes des WAZV „Mittelgraben“ Frau Hustig hat sich entschieden, am

2. Juli 2014 ebenfalls ein Einwohnerversammlung
zum Thema Trinkwasserversorgung

durchzuführen (Einladung: https://daten.verwaltungsportal.de/dateien/news/2/4/0/9/8/4/einwohnerversammlung02.07.14.pdf). Unser Verein ruft alle seine Mitglieder und weitere interessierte Bürger auf, an diesem Tag um

19:00 Uhr in der Aula der Grundschule „Otto Nagel“,
Bergholz-Rehbrücke, Andersenweg 43,

gut vorbereitet zu erscheinen. Der Bürgermeisterin wünschen wir dies ebenfalls, und bitten sie als Finanzfachfrau und ihren neuen Finanzfachmann Herrn Gräfe, endlich Licht in das Dunkel des Finanzgebarens des Zweckverbandes zu bringen.

Herr Wilfried Böhme, Geschäftsführer der Energie und Wasser Potsdam GmbH und der Stadtwerke Potsdam GmbH, hat ebenfalls seine Teilnahme zugesichert.

Helmut Grosser

In eigener Sache: An diesem Tag besteht auch die Möglichkeit auf einfache Weise seinen Jahresbeitrag (15 €) für die Mitgliedschaft in unserem Verein direkt in unsere Kasse einzuzahlen. Ansonsten bitten wir ihn auf unser Konto IBAN DE09 1009 0000 3285 0330 11 bei der Berliner Volksbank (BIC: BEVODEBB) zu überweisen (Empfänger: IWA e.V., Verwendungszweck: Ihr Name mit Straßenangabe).