Anläßlich der Verbandsversammlung des WAZV „Mittelgraben“ am 16.10.2013 wurden auch erste Ergebnisse der Tiefenprüfung des Verbandes vorgestellt. Den Verband belastet ein Kassenkredit in der Höhe von 2,9 Mio Euro. Dieser Kredit kann nicht durch Beiträge und Gebühren abgelöst werden. Der Prüfer sieht neben den Verbandsumlagen, die natürlich die Finanzen der Gemeinden belasten und damit nicht für eigene gemeindliche Aufgaben zur Verfügung stehen, eine Verbesserung in der Wirtschaftlichkeit des Verbandes. Ursache für die Finanzmisere sieht der Prüfer in einer „nicht sachgerechten Finanzierungsstruktur“. „Finanzierungsregelungen werden nicht eingehalten.“

Aus unserer Sicht kommen jetzt die Fehler der Vergangenheit durch den Aufbau des überdimensionierten Leitungsnetzes einschließlich Pumpwerke zum Tragen und verursachen die hohen Energiekosten. Der Prüfer gibt die Empfehlungen das Oxidationsmittel „Nutrinox“ sparsamer einzusetzen und Energie einzusparen. Hier sieht er ein Einsparungspotential in der Höhe von 120 T€/Jahr für beide Positionen. Doch Nutrinox wird benötigt, damit die zu großen Abwasserkanäle nicht stinken und zu schnell zersetzt werden. Das Abwasser steht zu lange im Leitungsnetz. In den 1990iger Jahren mußten schon die Schächte in der Hauptstraße in Phillippsthal erneuert werden, weil sie durch die aggressiven Gase zerbröselten.

Ein wesentliches Einsparungspotential ist aus unserer Sicht auch in der Verbesserung der Arbeitseffektivität der MWA zu sehen, die sich für viele ihrer Aufgaben weitere Dienstleiter bedient und damit Kosten verursacht. Hier sollte geprüft werden, wie die Wirtschaftlichkeit aussieht und ob die Gemeinde nicht zu viel für die erbrachten Leistungen zahlt. Andere Zweckverbände arbeiten mit eigenem Personal und leisten sich keine Betreibergesellschaft.

So lange hier keine effektiven Lösungen geschaffen werden, ist kaum mit Kostensenkungen zu rechnen und wir werden weiter zur Kasse gebeten. Doch das dürfen wir nicht zulassen und so werden wir weiter die Verwaltungsgerichte anrufen.

 24.10.2013

Heinrich Petzold